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Mama steht Kopf und plaudert aus

by Claudia

Eigentlich hätte alles so einfach sein können. Die Schulferien sind vorbei und der Alltag hat uns wieder. Endlich, habe ich mir gesagt. Ja, ich stehe dazu, lange habe ich mich auf diesen Tag gefreut. Es ist nämlich ganz schön anstrengend, plötzlich die Kinder wieder fünf Wochen am Stück von morgens bis abends zu Hause zu haben und Programm zu bieten. Ich bin nach wie vor keine Vollzeit Mama. Ich bin froh, wenn meine Kids zwischendurch ausser Haus sind und ich Zeit für mich habe. Zeit um Energie zu tanken. Damit meine ich nicht Füsse hoch lagern und in der Welt herum träumen. Sondern Zeit, um an seinen Träumen und Zielen zu arbeiten. Zeit in Ruhe mal zu putzen oder einfach auch mal wieder die Ruhe im Haus geniessen. Aber dem ist nicht so, Mama steht Kopf.

 

Ganz ehrlich, ganz so einfach war es dann am Montag doch nicht wieder zu starten. Das ich wärend den Schulsommerferien ein kleines Tief hatte und ich meine Motivation steigern musste, darüber habe ich ja schon geschrieben. Auch habe ich die letzen beiden Wochen immer mal wieder ganz wenig arbeiten können, so dass der Einstieg dann hätte einfacher sein sollen. Das ist wohl alles einfacher gedacht und gesagt als getan und ist mir irgendwie nicht gelungen.

Jetzt ist vieles neu. Die Kleine geht an anderen Tagen in die Kita wie noch davor. Die Grosse hat wieder Kindergarten, zusätzlich auch noch zweimal am Nachmittagen. Die Hobbys, das Abholen und Bringen muss wieder neu organisiert werden. Ich musste letzte Besorgungen machen und dann liegengebliebenes erledigen. An meinem Blog Business habe ich bis jetzt noch nicht gross gearbeitet – ausser das Schreiben dieses Beitrages.

Was ist los?

Willst du wissen wieso? Ich musste feststellen, dass mir diese fünf Wochen Ferien irgendwie komplett den Boden unter den Füssen weggezogen haben. Ich habe zur Zeit keinen Bock auf meinen Blog. Auch habe ich schon die Aussage fallen lassen „am liebsten würde ich alles hinschmeissen“. Noch vor den Ferien war ich voller Elan was mein Blog Business anging. Ich hatte eine Idee, eine Vision und ein Ziel. Jetzt knappe sechs Wochen später bin ich mir gar nicht mal mehr so sicher, ob ich das noch alles möchte. Scheibenkleister, oder?

Im Frühling war ich mir sicher, dass ich mich von meinem Family- und Lifestyle Blog lösen möchte und dafür neu unter Mama Business bloggen möchte. Ein Mama auf ihrer Reise zur Selbstverwirklichung. Ebenso wollte ich nach meiner Weiterbildung zum Social Media Community Manager noch eine Weiterbildung im Online Marketing anhängen. Jetzt, drei Monate später nach (Neu) Start von meinem Mama Business Blog und nach diesen verflixten fünf Wochen Schulferien, frage ich mich gerade: Möchte ich das wirklich alles noch? Das beängstigende für mich, ich weiss es wirklich nicht. Dass ich mit meinem Blog gerade ziemlich viele Baustellen habe und nicht vorwärts komme wie ich mir das so vorstelle, trägt sicher dazu bei und ist ziemlich frustrierend.

Mama steht Kopf – alle wissen es besser

Ein zweiter Punkt, der dazu beigetragen hat, sind nun mal die Umstände, die bei uns in der Familie ungeplanterweise eingetreten sind. Ins Detail kann ich dabei nicht gehen, bitte habe Verständnis, dass ich doch auch noch ein Privatleben habe. Aber genau diese eingetretenen Umstände tragen jetzt dazu bei, dass bei mir alles Kopf steht und ich so fühle wie ich fühle, dass ich so denke wie ich denke und nicht mehr weiss, was ich will. Dazu kommt, dass Leute sich jetzt das Recht nehmen möchten, sich in mein und unser Leben einmischen müssen. Dabei aber nicht merken, dass man mir damit tierisch auf den Wecker geht.

Immer zu Hause zu sein, da fällt dir doch die Decke auf den Kopf.

Meinst du nicht, es würde dir gut tun, arbeiten zu gehen?

Meinst du wirklich mit einem Blog kannst du erfolgreich sein?

Jetzt wird es aber schon einmal Zeit, dass du dir einen Job suchst.

Wieso lässt du deine Kinder fremdbetreuen, wenn du nur zu Hause bist?

Das sind alles Kommentare, die ich schon länger von nahestehenden und aber auch von mir teils fremden Personen anhören darf. Leider häufen sich diese aktuell gerade wieder akut. Ein paar merken, dass ich gerade nicht wirklich zufrieden bin. Andere meinen zu wissen was besser und gut für mich ist.  In letzter Zeit ziehe ich Menschen magisch an, die mich kritisieren müssen, die meine Art, mein Tun und Handeln nicht schätzen. Partout auch nicht begreifen und verstehen möchten, wieso ich, seit ich Mama bin, diesen Weg eingeschlagen habe. Wieso ich so handle wie ich eben handle.

Bestimmt meinen sie es gut mit mir, haben gemerkt, dass es mir kurzzeitig ganz schlecht ging und möchten mir helfen. Bei manchen Menschen bewirkt diese Anteilnahme vielleicht Positives. Bei mir löst das leider genau das Gegenteil aus. Die Masse von negativen und teils abschätzigen Kommentaren, die ich in den letzen Monaten einstecken musste, haben mich so weit gebracht, dass ich mich total zurückgezogen habe. Sie nerven und verletzen mich mit dieser Art.

Ich habe bewusst darauf geachtet, in Zeiten wo es mir schlecht geht, mehr Zeit mit Menschen zu verbringen, die mich verstehen und mir Mut zu sprechen, anstatt immer nur das Schlechte sehen. Ich merkte, es geht mir alleine besser und habe dabei erst noch meine Ruhe, als dass ich mich ständig rechtfertigen muss, wieso und überhaupt. Dass ich mich zurückziehe und mich nicht melde, auch das wurde mir letztens zum Verhängnis. Selbst das ist nicht gut und wurde mir in einem ziemlich abschätzigen Kommentar auch gleicht mitgeteilt. Egal wie man handelt, man einfach mal Zeit für sich braucht, oder viel zu viel um die Ohren hat, irgend jemandem passt es immer nicht. Mache nur ich die Erfahrung oder du auch? Schlimm ist, dass ich es unbewusst zugelassen habe, aus dem Gleichgewicht zu fliegen und meine Träume und Ziele dabei vergesse. Und das darf einfach nicht sein.

Mama steht Kopf und fliegt wie ein Steinmännchen aus dem Gleichgewicht

Ich frage mich, wieso müssen Menschen sich immer in ein Leben anderer einmischen und urteilen, erst recht, wenn man die Hintergründe nicht kennt. Erst recht wenn man sich bei der Person für das Tun und Handeln, in meinem Fall das Bloggen, nicht interessiert. Sie meinen zu wissen, was gut für mich ist ohne überhaupt zu verstehen, was ich genau mache. Sie lesen nicht einmal meine Beiträge oder haben sich für meine Weiterbildung interessiert, meinen aber, sie müssen mir erklären was Social Media ist. Selber ist man nicht auf Social Media aktiv, meinen aber zu wissen, dass es auf Instagram nur um Selbstdarstellung geht. Ich erwarte nicht, dass alle Feuer und Flamme für meinen Blog und meine Beiträge sind. Aber bevor man sich mit mir das nächste Mal über meinen Blog Business unterhält, darf auch gerne erst einmal gelesen werden, bevor nur Vorurteile kommen.

Ich bin von Natur aus ein ziemlich direkter Mensch und sage schnell einmal meine Meinung. Das merkst du jetzt vielleicht auch beim lesen dieses Blogbeitrages. Trotzdem versuche ich mich zurück zu halten, was das Urteilen von Handlungen aussenstehender Menschen ist. Bei der Familie kann es schon einmal vorkommen, dass ich da mal etwas konkreter werden. Mein Mann, Mama, Papa und meine Schwester können da wohl ein Lied von mir singen. Ich bin im August geboren und in mir steckt wohl einfach das Temperament eines Löwens *smile*. Das soll keine Entschuldigung sein, vielleicht aber eine Erklärung.

Ich bin nicht alleine

Kürzlich beim Austausch mit einer lieben Freundin, die ähnliche Erfahrungen gemacht hat, musste ich feststellen, dass ich damit nicht alleine stehe. Das ständige Urteilen und Einmischen anderer ist einfach nur anstrengend und nervend. Ja, so ist es. Gerade unter uns Müttern ist dies so stark verbreitet und das merke ich deutlich, seit auch ich Mutter bin. Vorher kannte ich das nicht so.

Ich weiss noch, als ich mit meiner ersten Tochter schwanger war, wie ich von einer Mutter ihre persönlichen Notizen, Listen und Checklisten bekam was es für die Babyausstattung und Leben als Mama alles braucht. Noch bevor das Kind da war, haben Mütter auf mich eingeredet, was ich zu machen habe, wenn dann das Kind da ist und dies oder das Wehwechen hat. Oder Bücher, die ich zu Lesen habe muss, um zu verstehen wie Babys und Kleinkinder ticken. Später dann die Tipps bei Einführung der Ernährung oder wie wichtig Routinen und Rituale für Kinder sind.

Heute sind es die Kommentare über die Erziehung, das Bespassen und Fördern der Kinder. Ja selbst bei dem Kleiderstiel wird schon jetzt darüber geurteilt, ob das jetzt schön und schick oder einfach nur unpassend ist. Oder dann der Kommentar über die Frisur meiner Tochter. Diese gleicht auch wieder eher einer Hexe als einem Mädchen und schenken meiner Tochter Haarklammer und Haarbürsten. Aber was was soll ich denn machen, wenn das Kind von Natur aus so verzottelte Haare hat. Mich jedes Mal rechtfertige? Und wenn es nicht aufs Kind bezogen ist, dann auf das Leben und Sein als Mutter, Frau, Tochter oder gar Schwiegertochter. Kommentare und Ratschläge von A bis Z.

Es nervt einfach nur!

Ja sie meinen es nicht so. Mit Sicherheit alles gute Tipps und nettgemeinte Ratschläge, mal abgesehen von den abschätzigen Kommentaren. Sie denken vermutlich, sie sieht und merkt es nicht und möchten mich darauf hinweisen. Auch ich habe vermutlich schon den einen oder anderen liebgemeinten Tipps versucht weiter zu geben. Das möchte ich nicht abstreiten und ist doch irgendwie auch menschlich. Aber ich versuche mich zurückzunehmen, weil ich weiss: Es nervt! Ich frage mich, darf man den als Mutter nicht auch mal seine eigene Erfahrungen, seinen eigenen Weg gehen, ohne gerade von allen Seiten kritisiert, kommentiert und mit Ratschlägen überhäuft zu werden? Stelle ich mich so etwas von ungeschickt, naiv und unwissend dar?

Dass wir unsere Kinder nicht alle gleich erziehen und kleiden ist ja wohl noch nachvollziehbar und mehr als verständlich. Andere Ländern, andere Sitten, andere Vorlieben, andere Geschmäcker. Mein Mann Deutscher, ich Schweizerin, da kann ich ein Lied davon singen, dass doch so vieles anders ist und das, obwohl wir die selbe Sprache sprechen. Es fängt bei Essen an und hört bei der Einstellung zu Sicherheit auf. Ein ständiger Kompromiss den wir dazu gehen haben, der nicht immer einfach ist. Doch es hat auch sein Gutes, man lernt dabei ebenso viel Neues kennen. Das alles lernt man aber nur, wenn man seine eigenen Erfahrungen, seinen eigenen Weg gehen und machen kann.

Ich verstehe auch, dass nicht alle verstehen können, wieso Menschen Träume, Vorstellungen und Ziele haben, die sie intensiv verfolgen und verwirklichen möchten. Auch verstehe ich, dass nicht alle nachvollziehen können, wieso gewisse Menschen ein Home Office und ihre Selbständigkeit bevorzugen, anstatt unter Leute in einem Grossraumbüro angestellt arbeiten möchten.

Aber ich verstehe nicht, wieso wir Frauen, gerade noch wir Mütter, immer in der Ziellinie anderer sein müssen. Niemand ist perfekt!

Das Recht seinen eigenen Weg zu gehen

Ja, auch wenn ich vielleicht gerade wieder in eine Loch bin und nicht genau weiss, wo ich in einem Jahr stehe, heisst das nicht, dass man mir gerade die Adresse vom nächsten Psychologen geben muss (in der Vergangenheit alles schon vorgekommen). Die einen brauchen etwas länger ihren Weg zu gehen oder zu finden. Andere wissen wohin es in etwa gehen soll, werden aber durch Umstände ausgebremst. Und andere suchen noch danach. Wo auch immer du gerade stehst, mach dein Ding, geh dein Weg. Wenn du bereits auf deinem Weg bist, herzlichen Glückwunsch.

Mama steht Kopf - und geht ihren Weg.

Ich alleine entscheide über mein Leben, oder in deinem Fall, du über deins. Ich gehe meinen Weg und du deinen. Lass dich von niemanden unterkriegen und lasse dir schon gar nicht von jemanden reinreden. Es muss letztendlich für dich alleine stimmen und nicht für dein Gegenüber.

Hör auf, dich in das Leben anderer einzumischen und achte dich einmal, ob du zu der Sorte Mensch gehörst, die deinem Gegenüber möglicherweise mit Lieb- und besserwisserischen Tipps zu nahe treten. Versuche dich beim nächsten Mal zurückzuhalten wenn du über die Art, das Tun und Handeln deines Gegenübers nicht einverstanden oder irritiert bist –  ausser du wirst explizit nach deiner Meinung, deinem Statement gefragt.

Wie auch immer, merke dir, es ist niemandem geholfen von anderen kritisiert und kommentiert zu werden. Niemand ist perfekt (was ist schon perfekt), jeder macht einmal Fehler und jeder hat einmal Zeiten, wo es einem schlecht geht und es nicht rund läuft.

Für meinen Teil weiss ich, ich gehe gerne meinen eigenen Weg, auch wenn der noch so holperig ist. Ob das nun der richtige Weg ist und ob der nun anderen passt oder nicht, das kann sowohl dir wie auch mir egal sein. Probiert man es nicht aus, kennt man die Antwort nicht.

Ich wünsche dir auf deinem Weg alles Gute. Du machst dein Ding!

Und wie es hier weiter geht, ja, da bin auch ich gespannt. Bestimmt nicht aufgeben! Ich hoffe du bleibst mir treu und kommst bald wieder auf meinem Blog zurück.

Deine Claudia

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6 comments

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6 comments

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Rene 24. August 2018 - 7:16

Hallo Claudia,
Habe wirklich alles gelesen, am Ende gibst du dir selber die Antwort auf alles. Mach dein Ding und zieh es durch. Auch ich habe mich schon dabei erwischt, wie ich den Besserwisser Modus drauf hatte. Mir fällt dann immer ein , dass Ratschläge auch Schläge sind. Sollte sich dein Weg aus deiner Sicht, aber nur aus deiner, sich als falsch oder nicht machbar sein, dann schlage einen neuen ein. Da aber auch wieder einen, den du richtig findest.

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Claudia 24. August 2018 - 9:33

Danke dir! Ja ich kenne die Antwort sehr gut. Auch wenn noch ein paar Punkte unklar sind, weiss ich in welche Richtung es gehen soll. Und eines ist mir auch klar, ich möchte meinen Weg gehen und nicht den, den andere für den Richtigen halten.

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Maria 24. August 2018 - 18:18

Hut ab fuer deine offenen , ehrlichen und direkten Worte!

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Claudia 24. August 2018 - 21:24

Danke!

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Erica 27. August 2018 - 9:41

Liebe Claudia

Wow, was für ein ehrlicher Bericht. Gratulation! Für mich sind es gerade diese Beiträge, die deinen Blog so lesenswert machen. Ich mag es, wenn du Tacheles redest.

Ich wünsche dir, dass du rasch wieder Boden unter die Füsse kriegst.

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Claudia 27. August 2018 - 10:42

Ich danke dir von Herzen!

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