Home Business & Mindset Home Office – Fluch oder Segen: Die Realität einer Bloggermom

Home Office – Fluch oder Segen: Die Realität einer Bloggermom

by Claudia
Arbeitsplatz mit Mac im Home Office

Ja, das ist die Frage die ich mir zur Zeit ziemlich oft stelle. Ist arbeiten im Home Office Fluch oder Segen? Manch einer mag jetzt denken oder gar erstaunt sein, was ich denn in eben meinem Home Office arbeite. Ja ganz einfach, an meinen Blog Business natürlich.

Das coole am Bloggen ist ja, man kann arbeiten wo man will. Zu Hause auf dem Sofa, im Bett, am Tisch, draussen im Garten oder aber auch in den Ferien, am Strand im Liegestuhl, in einem Kaffee oder auf einer Parkbank in der frischen Natur, im Zug etc.

Ich arbeite, aus praktischen Gründen, eher von zu Hause aus. Tagsüber am Schreib- oder Esstisch, abends meistens auf dem Sofa sitzend.

Arbeitsplatz mit Mac im Home Office

Meine offiziellen Arbeitstage

Offiziell steht mir der ganze Montag, Dienstag  und Freitag Vormittag zur Verfügung, wobei das immer mal wieder varriert. Dann sind meine Kinder in der Kita oder im Kindergarten. Das sind dann meine offiziellen Home Office Tage. Ein paar wenige Stunden dann noch am Abend, ab und zu, wenn es gut kommt max. eine Stunde noch am Wochenende. Die einen denken jetzt, ja cool, so viel Zeit möchte ich auch haben, andere wiederum wissen, dass das sehr, sehr wenig Zeit ist. Ich sage mir, besser als nix, aber eigentlich viel zu wenig.

Update: Seite August 2019 jeden Vormittags und zusätzlich noch an zwei Nachmittagen.

Der Tag im Home Office fängt frühestens um viertel vor neun an. Davor die tägliche Morgenroutine: Anziehen, frühstücken und meine Kinder in die Kita oder Kindergarten bringen. Wenn ich gegen halb 9 zurückkomme, wird erst mal das Frühstück vom Tisch geräumt und einigermassen aufgeräumt. Ich kann nicht arbeiten, wenn es im Erdgeschoss unordentlich ist.

Nochmal einen Kaffee rauslassen, schliesslich bin ich schon seit zwei Stunden auf den Beinen und erst dann kann endlich gestartet und gearbeitet werden. Entweder ein ganzer Tag oder eben nur einen halben. Aber diese halben Tage sind letztendlich knapp drei Stunden. Von viertel vor neun bis ca. viertel vor zwölf habe ich Zeit. Zur Mittagszeit kommt die Kindergartentochter nämlich nach Hause und ich muss zeitig anfangen zu kochen, damit das Essen so gut wie auf dem Tisch steht wenn sie da ist. Alles andere kann eine Geduldsprobe für beide werden. Mal gelingt es, mal gelingt es nicht.

Drei Stunden ist nicht viel. Kaum ist man in der Arbeit drinn, muss man schon wieder aufhören. Das heisst, mir bleiben zusammengerechnet, mit allem drum und dran, eigentlich nur knappe zwei Tage, um an meinen Blog zu arbeiten (Nachtschichten zähle ich jetzt mal nicht). An meinen Arbeitstagen versuche ich wenig Social Media zu machen (das frisst am meisten Zeit).  Das versuche ich immer ein bisschen zwischen durch, aber eher zu Randzeiten und am Abend. Ich versuche ganz klar den Fokus darauf zu legen, Blogbeiträge zu schreiben, E-Mails zu beantworten, allenfalls Bilder zu knipsen oder sonstige Dinge im Zusammenhang mit meinem Blog zu erledigen.

Und trotzdem ist es erstaunlich, was man in nur drei Stunden alles erreichen kann. Keine nervigen oder nett unterhaltsamen Bürokollegen, ständig klingelnden Telefone, man kann essen wann und wie man will. Die Zeit frei einteilen und man ist ungestört und konzentriert. Man kommt vorwärts und kann viel erledigen, wenn es dann mal läuft. Ein grosser Vorteil dieses Home Office. Ein Vorteil, den ich jetzt auch ganz klar bemerkt habe, seit ich meinen Blog führe und den als meine Arbeit bezeichne: Man spart Geld im Home Office! Denn man ist ganz automatisch weniger unterwegs und vermehrt in den eigenen vier Wänden. Kein Gipfeli vom Bäcker, kein Kaffee to go von Starbucks und weniger Benzinkosten.

Etwas kommt dazwischen

Was aber, wenn plötzlich ein Arzttermin fällig wird und der Arzt nur an einem deiner Home Office Tage einen freien Termin hat. Dann nimmt man den Termin an. Sonst müsste man ja extra wieder die Grosseltern organisieren oder einen Babysitter anfragen. Oder aber es muss dringend Wäsche gemacht werden. Das deshalb, weil dies am Tag davor ganz vergessen wurde oder noch schlimmer, vergessen wurde die nasse Wäsche aufzuhängen. Dann macht man es eben schnell, geht ja nur max 10 Minuten, denkt man sich. Oder eine Freundin ruft an und man möchte mal endlich in Ruhe quatschen, nachdem man sich schon dreimal verpasst hat. Und schwups ist wieder eine Stunde um. Und was wurde gearbeitet? Nix!

Oder, man versucht vergeblich einen Termin zu finden, an dem man mal endlich wieder eine liebe Freundin treffen kann, da es zusammen mit Kindern (auf Grund anderer Kindergarten- und Hobbyzeiten) schlicht und einfach nicht geht und abends die Herren unterschiedlich Businessanlässe haben um die Kinder zu übernehmen. Dann wird eben abgemacht. Und wann? Ja eben, genau dann, an einem dieser Home Office Tage natürlich.

Oder was ist, wenn die Schränke bis auf den letzten Krümmel leer sind, eine Aktion im Laden nur an einem dieser Tage gilt, oder man einfach mal wieder ungestört durch die Läden bummeln möchte, ohne Kindergejammer im Nacken? Ganz einfach, dann macht man es eben genau dann, wenn Frau mal endlich Zeit für sich alleine hat. An eben einen dieser Home Office Tage.

So toll diese Home Office Tage auch sein können, habe sie auch ihre Schattenseiten. Man ist viel alleine und fühlt sich schon fast isoliert. Kein Smalltalk mit der Arbeitskollegin über das vergangene Wochenende. Man ist viel schneller abgelenkter und erledigt mal eben schnell schnell noch Dinge im Haushalt, einfach auch, weil man endlich mal in Ruhe Zeit hat. Keine Kinder, die einem ständig dabei unterbrechen und nörgeln. Und ein Gipfeli zum Znüni gibt es auch nicht, dann eben nur ein fast verschrumpelter Apfel.

Home Office und die Flexibilität

Und doch sage ich mir, Home Office ist toll und bietet mir ein bisschen Flexibilität, die ich als Mami doch auch mal noch haben darf. Oder etwa nicht? Gerade wir Mütter sind doch, was die Terminplanung anbelangt, schon genug eingeengt oder abhängig von einer Kinderbetreuung. So geniesse ich es gerade zu, wenigstens an meinen Home Office Tagen frei entscheiden zu können, wie ich was und wann genau mache. Die mir zu Verfügung stehende Zeit, nach meinem Gusto einrichten zu können, ist schon fast wieder Luxus pur.

Aber ja, mir ist auch bewusst, mit einem Blog kann ich das noch eher vereinbaren, als wenn ich im Angestelltenverhältnis arbeite und so im Home Office gearbeitet werden darf. Oder ich selbständig und abhängig vom Umsatz bin um den kommenden Monat zu überstehen. Dann ist das vermutlich nicht mehr alles ganz so einfach sich diese Flexibilität zu nehmen.

Und doch sollte es auch bei mir nicht so sein. Eben genau diese Momente bringen mich auf der einen Seite fast zur Verzweiflung und auf der anderen Seite können sie auch frustrieren. Denn genau so komme ich mit meinem Blog nicht vom Fleck. Ich hatte und habe Kooperationen und Anfragen für Gastbeiträge vorliegen, die ich ganz einfach aus zeitlichen Gründen absagen musste. Denn, erstens häufen sich in letzter Zeit diese Arten von Ausnahmen mal nicht zu arbeiten und zweitens, wenn ich zunehmend immer so Entscheide, dann komme ich mit meiner Arbeit, eben meinem Blog, nicht vorwärts. Und ich möchte vorwärts kommen.

Fehlende Selbstdisziplin

Ist es fehlende Selbstdisziplin? Mag sein, vermutlich spielt das eine grosse Rolle. Oder falsche Organisation? Vermutlich auch das.

Sich selbst im Griff zu haben ist der Schlüssel zur Produktivität und macht einen enormen Unterschied.

Hat was Wahres dran, oder?

Und doch sage ich mir, es kann doch auf der anderen Seite auch nicht sein, dass ich wegen eines Blogs, der mir nicht mal regelmässig Geld einbringt, so stur sein muss und mir nebenbei keine anderes Vergnügen leisten kann?

Dass es aktuell etwas ruhig auf meinem Blog war, lag unter anderem auch genau an meinem Modell Home Office. Das einerseits Fluch ist, andererseits Segen. Ich bin überzeugt, ich bin nicht die einzige Bloggermom, der es so ergeht, stimmts? Also, wem ergeht es genau so? Melde dich und mach mir Mut! Natürlich dürfen sich auch Bloggerdaddys zu Wort melden. Ich freue mich auf viele Kommentare.

Schön, hast du wieder bei mir vorbeigeschaut, ich freue mich auf deinen nächsten Besuch.

Deine Claudia

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8 comments

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8 comments

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Alu 13. März 2018 - 13:46

Ja, das ist nicht einfach und ständig denkt man: Das muss doch aber, klappt aber leider nicht immer. Ich habe dazu auch schon mal gebloggt: https://www.grossekoepfe.de/2017/06/home-office-fuer-eltern-vereinbarkeit-von-beruf-und-familie.html bleibt tapfer. Alu

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Mama Maus 15. März 2018 - 11:38

Hallo Claudia,

vielen Dank für diese so herrlich ehrliche Einschätzung des Homeoffice als Blogger.
Ich versuche gerade erst mir mit dem Blog einen kleinen Zuverdienst zu schaffen – eine Möglichkeit länger mit den Kindern zuhause zu bleiben. Dabei fehlen mir aktuell wirkliche Homeoffice-Tage. Es ist mal hier eine Minute, mal dort eine halbe Stunde in der sich die beiden kleinen Kinder anders beschäftigen und die beiden Großen in der Schule sind. Irgendwie habe ich bis auf gelegentliche Nachtschichten noch nicht den richtigen Weg für mich gefunden.
Umso schöner von deinen Erfahrungen lesen zu dürfen.

Viele Grüße
Mama Maus

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darja 21. März 2018 - 18:05

liebe claudia

seit ich im januar mit dem bloggen gestartet habe, merke ich einerseits, wie viel arbeit das wirklich ist, andererseits, wie schnell einem die zeit gestohlen wird. du irgendwas. gestern zu beispiel, weil in der migros auf die kleider 40% war. da musste ich einfach hin. ich bin ja von meiner alten arbeit, dem nähen daheim gewöhnt, mit den kindern zu arbeiten und vorallem die zeit zu nutzen. für s bloggen fällt es mir aber schwerer, es braucht dieses voll fokusiert sein! und gerade will meine kleine über mittag nicht mehr immer schlafen, das war immer eine gute stunde konzentriertes arbeiten.
wie gesagt, ich arbeite ja schon lange daheim, darum kenne ich dir pro und kontras die du erwähnst sehr gut! von den kontras macht mir am meisten die isolation zu schaffen, ich beneide meinen mann regelmässig um seine arbeitskollegen, um die erwachsenen gegenüber. aber mit denen hat er manchmal auch stress, da haben wir es wieder schön.
ich denke, als mamabloggerin wirst du noch eine weile in diesem hin und her sein, aber die kinder werden ja so schnell älter und das schafft uns wieder mehr freiräume.
alles gute und liebe grüsse, darja

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Claudia 21. März 2018 - 21:09

Liebe Darja, schön von dir und deinen Erfahrungen zu lesen. Bei mir ist auch die Mittagspause goldwert, nur leider wird das Mittagsschläfchen meiner Tochter immer kürzer, so dass es dann doch wieder zu fast nichts konkretem reicht. Und ja, die Isolation, vermutlich deshalb verabrede ich mich noch schneller mal zu einem Kaffee. Wenn schon, denn schon 😉 LG

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Claudia 21. März 2018 - 21:05

Liebe Mama Maus
Ja, so ist es leider und es ergeht wohl fast jeder Mama-Bloggerin gleich. Ich hoffe, du findest bald ein Model was zu dir passst. LG

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AntoniaD 22. März 2018 - 12:35

Für mich ganz wichtig war, mir einen abgetrennten Raum als Office einrichten zu können. Auch wenn nicht viel Platz zu Verfügung ist, kann ich doch so ungestört arbeiten. Und die Kinder akzeptieren dies auch. Wobei mal natürlich sagen muß, das ich schon versuche nur zu arbeiten, wenn die beiden ausser Haus sind.. Um Platz zu gewinnen habe ich mir einen höhenverstellbaren Bürotisch gegönnt. So kann ich auch mal Rücken schonend im Stehen arbeiten

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