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Supermom – hast du das Zeugs dazu?

by Claudia
Supermom

An die Mütter unter uns: Mal ehrlich. Hat dir schon einmal jemand gesagt „du bist eine Supermom“? Vermutlich können die wenigsten Mütter das bejahen oder bestätigen. Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, ob du etwa eine Supermom bist? Wieso ich dich das frage und dem Thema auch noch gleich einen  Blogbeitrag widme? Die Swiss Blog Family ruft zusammen mit Sponsor Philips Avent, dem Hersteller vieler Produkte (zB. Milchpumpen, Milchflaschen, Schnuller und vielem mehr) zur Blogparade „SuperMomDad” auf. Die Swiss Blog Family Konferenz findet am 10. November 2018 zum dritten Mal in Basel statt und ist DER Event für alle Familienblogger in der Schweiz. Auch ich nehme daran teil und freue mich, endlich wieder einmal drei Tage in meiner Heimat zu sein, Freunde, Familie und viele Blogger zu treffen.

An der Blogparade mitmachen wollte ich nicht. Doch Samstagabend beim Abwaschen habe ich aus heiterem Himmel an das Thema gedacht und mir die Frage gestellt. Wer ist eine Supermom? Wer entscheidet darüber? Bin ich eine Supermom? Was ist das eigentlich für ein doofer Begriff? Anstatt den Samstagabend mit Comback-TV „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten” schauend zu verbringen, habe ich erste Sätze für diesen Beitrag geschrieben. Gewinn hin oder her. Mitmachen ist die Devise. Fertigstellen konnte ich den Beitrag grade noch rechtzeitig am Montag – zum Glück wurde die Deadline verlängert.  Bitte entschuldigt, dass der Beitrag etwas länger geworden ist…..

Supermom

Bild von Pixabay.

Von Frau zur Mutter

Heutzutage gibt es für alles eine Aus- oder Weiterbildung. Als Mutter kann man sich nicht ausbilden lassen. Ok, wir haben ca. 9 Monate Zeit uns darauf vorzubereiten. Uns zu informieren, uns einzulesen und uns Gedanken zu machen, wie man sich ein Leben mit Kind(er) vorstellen kann. Für was? Dass am Schluss alles komplett anders kommt, als wir es uns vorgestellt, geplant und erhofft haben?

Frau geht in der Schwangerschaft nicht nur zum Geburtstavorbereitungskurs, sondern auch einmal die Woche ins Schwangerschafts Yoga. Man geht regelmässig schwimmen und ist bis kurz vor Geburt fleissig auf dem Crosstrainer. Einerseits für sich selbst, andererseits den anderen zu zeigen, ey ich bin fit und das auch mit Babybauch. Und andererseits für die sozialen Medien. #Dickbauchdienstag lässt grüssen. Der Hashtag auf Instagram, der jeden Dienstag Bilder vieler Frauen mit Babybauch zeigt.

Die Vorbereitungen

Frau richtet das Kinderzimmer nicht nur stylisch und elegant mit allem Schnickschnack ein, nein auch Wände werden bemalt oder mit Bordüren beklebt.  Damit es in erster Linie den Eltern gefällt und ein klein wenig auch, um unser Umfeld zu beeindrucken. Jeder freut sich zu hören „wie toll hast du den das gemacht“.  Für was eigentlich? Meinst du dein Baby kann sich später daran erinnern wie das Kinderzimmer ausgesehen hat und ob das nun Möbel vom Brockenhaus, Second Hand auf Facebook gekauft oder vom teuren Kinderladen waren?

Wenn es dann soweit ist, also die Geburt ansteht, dann ist plötzlich alles anders, als wir es uns je vorgestellt habe. Anders also wir im Kopf geplant und organisiert haben. Können wir uns darüber aufregen und etwas dagegen unternehmen? Nein, wir waren vermutlich alle froh, als alles vorbei war und wir unser Kind im Arm halten konnten. Bei dir auch, oder?

Und wie ist es ums stillen? Die einen wollen, können aber nicht, die anderen können, wollen aber nicht. Egal wie, irgendwie ist es einfach nicht recht.

Das Leben mit Kind

Wir sind zu Hause mit dem Kind(er), opfern unseren Job, manche gar ihre Karriere. Gehen wir nach 14 Wochen Mutterschaft  zurück zur Arbeit, runzeln die einen die Stirn und meinen „gehts noch, viel zu früh“. Ist man zu Hause und arbeiten nicht, ist’s auch wieder nicht gut und Fragen wie „arbeiten gehen möchtest du nicht mehr“? werden gestellt.

Nicht nur wir Mütter verändern uns, emotional und körperlich, sondern auch unser ganzes Leben, unser Umfeld. Bei den wenigsten bleiben kinderlose Freunde, Freunde fürs Leben. Statt abends Cüpli trinken gehen, sind wir mit Mann und Kind alleine zu Hause sitzend, trinken Tee und kochen Essen, putzen und räumen auf.

Ständig sind wir Mütter in der Schusslinie anderer. Werden kritisiert und beobachtet was das Zeugs hält. Selten fallen lobende Worte. Wir Mütter werden in eine Rolle gedrängt, die uns einerseits aus Büchern, dem www und zig Beratungsstellen vorgegeben wird.  Andererseits, von unserem Umfeld und unserem eigenen Leben selber. Unsere Kindheit spielt dabei auch eine grosse Rolle.

Es gibt plötzlich Besserwisser wie Sand am Meer, die einem mit gut gemeinten Tipps regelrecht überhäufen. Die ältere Generation erwacht zum Leben und meint, sie wisse und können mitreden, wie es heute läuft. Doch eigentlich ist, sind wir mal ehrlich, alles anders als damals. Und doch wiederum alles gleich.

Heute und damals

Eine Mutter von heute möchte genau so gut das beste für ihr Kind wie eine Mutter von damals.  Möchten Liebe und Geborgenheit und vieles mehr übermitteln. Möchten für unser Kind da sein, wann immer es einen braucht.

Wer sind die Supermoms?

Wer ist denn heutzutage eine super Mutter, ein Supermom? Damals, also früher, hat man sich diese Frage erst gar nicht gestellt. Ist es heute eine Mutter die ein perfekte Geburt hatte? Eine, bei der Stillen wie am Schnürchen geklappt hat? Deren Kinder frischen zubereiteten (Bio)-Brei und sicher nicht aus dem Gläschen bekommen? Eine Mutter, die den Spagat schafft zwischen Kind, Haushalt und Workingmom und immer frisch fröhlich durch die Welt läuft? Die abends noch zum Sport rennt und bis nach Mitternacht an ihrer Teil-Selbständigkeit sitzt? Eine Mutter, die keine Augenringe und überbleibende Schwangerschaftspfunde mit sich trägt, sonder elegant und gestylt mit Highheels, aber sicher mit keinem Schlapperpulli den Alltag meistert? Etwa eine Mutter, die ohne Problem einfach alles unter einen Hut bekommt?

Eine Mutter, die Mutter aus Leidenschaft ist und eine Engelsgeduld hat? Die ihren Kindern (fast) jeden Wunsch von den Lippen abliest? Die abends vor dem Schlafen gehen den Kindern nicht nur ein Buch, sondern mehrere Bücher hintereinander vorliest und das Kind beim Einschlafen begleitet? Mit ihren Kindern kreativ ist und bastelt und bereits im Oktober den Adventskalender und die Weihnachtsgeschenke fix fertig hat und im Januar ans Osternest denkt? Ist das eine Supermom?

Supermom - Hast du das Zeugs dazu?

Supermom

Was aber, wenn dem alles nicht so ist. Die Schwangerschaft ein wahrer Alptraum war, die Geburt nicht perfekt, ja sogar ein (gewollter) Kaiserschnitt war?  Was, wenn das Kinderzimmer nicht wie aus dem Katalog entspricht? Man zwar stillt, aber eigentlich sehnlichst das Ende herbeisehnt? Das Kleinkind Brei aus dem Gläschen anstatt frisch und selbstgemachten Biobrei zum Essen bekommt? Was, wenn Mama ausflippt, das Kind anschreit und man keine Engelsgeduld hat? Man eine Mutter ist, die an ihre Grenzen kommt und sich selber zur (Mutter-Kind-)Kur anmeldet, weil man einfach nicht mehr kann? Eine Mutter, die einfach nur froh ist, wenn die Kinder selber einschlafen und am Abend endlich Ruhe im Haus ist? Ist das auch eine Supermom?

Wer entscheidet darüber?

Was ist eigentlich eine Supermom? Wer entscheidet darüber, wer eine Supermom ist? Aus reinem Interesse habe ich bei Google einmal „Supermom“ eingegeben. Ein Erklärung von Wikipedia für Supermom habe ich nicht gefunden. Gut so, finde ich. Stattdessen habe ich gelernt, dass es nicht nur einen  Supermom-Blog, sondern auch bereits viele Blobeiträge zu dem Thema gibt. Es nicht nur diverse Supermom Kinderkleider- /Umstands- und Frauenmode gibt, sondern auch Supermom Tassen. Ja, sogar auch einen Supermom- Kongress in Deutschland findet jährlich statt. Mehr dazu gleich.

Weiter habe ich nicht recherchiert. Denn für mich existiert der Begriff Supermom in meinem Wortschatz nicht und ich möchte ihn auch nicht aufnehmen. Um ehrlich zu sein auch ein völlig beknackter Begriff. Doch wenn ich jetzt darüber entscheiden muss, wer eine Supermom ist, dann würde ich ganz klar sagen. Alle Mütter. Jede einzelne Mutter auf dieser Erde ist eine Supermom. Und trotzdem ziehe ich die Aussage wieder zurück und sage, keine von uns ist eine Supermom. Wir ticken alle so unterschiedlich und anders. Haben alle ganz andere Bedürfnisse, ganz andere Lebensstiele. Das wäre, wie wenn ich Äpfel mit Birnen vergleiche und daraus entscheiden müsste, welche Sorte davon eine SuperFruite ist.

Aber jetzt noch kurz zurück zum Supermom-Kongress. Da findet in Deutschland doch tatsächlich einmal im Jahr der Supermom Kongress statt (übrigens demnächst am 18. November 2018.) Der Kongress für leidenschaftliche und kreative Mütter heisst es auf der Startseite. Bitte was? Mir war sofort klar, ich bin nicht angesprochen. Denn was ist, wenn man keine leidenschaftlich und kreative Mutter ist? Schon werden Mütter wie ich ausgegrenzt. Ich bin weder kreativ noch bezeichne ich mich als leidenschaftliche Mutter. Ich liebe meine Kinder, das ist keine Frage, aber ich gehe in der Rolle nicht auf wie es andere vielleicht tun. „Schlechte Mutter“, denken jetzt vielleicht einige. Drehen wir die Frage mal um. Was ist eine schlechte Mutter, eine BadMom?

Ich bin ich – eine Mom

Sowieso bin und möchte ich keine dieser undefinierbaren Supermoms sein. Denn ich bin ich, ich bin so wie ich bin. Ich muss niemandem etwas beweisen. Schon gar nicht, um am Schluss einen Titel zu erhalten, der als solches nicht mal existiert. Ich mache mein Bestmögliches und erziehe meine Kinder nach bestem Gewissen und bereite sie auf ein hoffentlich noch langes und schönes Leben vor. Ich bin ein Gemisch aus all oben genannten Punkten, positiven wie negativen. Eine Mutter mit Ecken und Kanten, aber mit grossem Herz.

Ich bin die, die zwischendurch auch ausflippen kann, laut wird und meine Kinder auch anschreit. Manchmal kann ich einfach nicht mehr. Ebenso bin ich die, die dazu steht, dass ich manchmal einfach keinen Bock auf meinen Mami Alltag habe, obwohl es z.B. im Sommer nichts herrlicheres gibt, als das schöne Wetter mit den Kindern am See zu geniessen, anstatt im klimatisierten Büro sitzen zu müssen.

Wie schon erwähnt, bin ich nicht die kreative bei uns im Haus. Das übernimmt schon fast meine Tochter für mich. Dafür die, die ihre Kinder mit knapp zwei Jahren Karotten mit dem scharfen Rüstmesser schälen lässt und regelmässig mit ihnen backt, singt, tanzt, Puzzle und viele andere Dinge macht.

Der Lebensstil

Unsere Kinderzimmer sehen nicht aus, als wäre dies ein Zimmer im Spielwarenladen. Einfach und schlicht und wenig Spielzeuge. Unser Haus ist nicht piccobello sauber und aufgeräumt und glänzt wie ein Einrichtungshaus. Würdest du bei uns unerwartet zu Besuch kommen, würde es bei uns aussehen, als ob eine Bombe eingeschlagen hat. Manchmal habe ich das Gefühl, meine Kinder können besser bei Unordnung spielen, als in aufgeräumten Räumen. Drum sage ich mir dann, hauptsache sie spielen (alleine) und widme mich anderen Dingen.

Ich bin ein Mutter wie jede andere auch. Eine Mutter, die nur das beste für die Kinder wünscht. Trotzdem auch mal Zeit für sich haben möchte und nicht in erster Linie ans putzen und aufräumen denkt. Eine Mutter, die auch vor ihren Kindern Tränen vergiesst. Mit ihnen leidet, wenn sie sieht, dass es dem Kind nicht gut geht oder von einem anderen Kind ausgeschlossen wird. Egal ob Supermom oder nicht. Ich bin super und ich bin eine Mom. Aber in der Kombi Super+Mom möchte ich es nicht sein.

Was bist du?

Liebe Mütter. Schaut auf Euch, macht das was ihr für richtig hält. Egal was andere sagen und denken. Ihr macht tagtäglich eine super Job. Dafür braucht es keine Auszeichnung, schon gar nicht, wenn es den Bergriff noch nicht einmal wirklich gibt – ausser in der englischen Sprache: an extremely capable and busy mother.

Merk dir einfach eines. Du bist super. So wie du bist. Einfach nur super!

Danke fürs Lesen. Alles Liebe an die Mamas.

Deine Claudia ♥

#SuperMomDad, #PhilipsAvent und #Philips

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1 comment

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1 comment

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Michèle 27. November 2018 - 22:37

Liebe Claudia

Endlich bin ich dazu gekommen deinen Beitrag zu lesen und ich bin froh ist er mir nicht durch die Lappen gegangen! Ganz viele deiner Worte kann ich unterschreiben, aber ein Satz ist besonders hängen geblieben: Manchmal habe ich das Gefühl, meine Kinder können besser bei Unordnung spielen, als in aufgeräumten Räumen.
Ich finde er drückt so schön aus, dass bei dir gelebt wird und zum leben gehört eben auch mal zu streiten und auch mal Fastfood (Babybrei grins) zu essen.
Liebe Grüsse
Michèle

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