Home Mama Du gibst deine Kinder in die Kita und arbeitest nicht? Wieso mich diese Frage nervt!

Du gibst deine Kinder in die Kita und arbeitest nicht? Wieso mich diese Frage nervt!

by Claudia

Da war sie wieder, diese eine Frage, die ich einfach nicht mehr hören kann. Die eine Frage, die mir die letzten Jahre so oft gestellt worden ist und einfach nur noch nervt. Wieso gibst du deine Kinder in die Kita? Ich frage mich jetzt aber auch, wieso ich dieser Frage einen Blogbeitrag widme, geht ja niemanden was an, wie ich mein Leben und das meiner Familie organisiere. Unser Leben, unsere Organisation, unsere Entscheidung. Aber dem ist anscheinend nicht so. Jede und jeder muss ihren/seinen Senf dazu geben, ob gefragt oder nicht, und genau deshalb gebe jetzt auch ich meinen Senf dazu.

Meine Kinder gehen in die Kita

Auf dem Weg in die Fremdbetreuung

Die Frage, die ich immer wieder gestellt bekomme: “Was, du gibst deine Kinder in die Kita ohne das du arbeitest?” Meist folgt darauf noch die Frage, “wieso denn das?” oder “verdient dein Mann so gut, dass ihr Euch das leisten könnt?!”

Aber ja so ist es, zumindest was Frage eins anbelangt. Unsere Kinder gehen in die Kita seit sie ca. neun Monate alt sind. Die ältere Tochter ist im August 2017 in den Kindergarten gekommen. Zwischen dem ersten und dem zweiten Kind habe ich noch 40 % gearbeitet. Aber jetzt, jetzt arbeite ich nicht, zumindest nicht in einem Angestelltenverhältnis. Die Frage ist, wieso denn das? Weil es so ist wie es ist und es anders gekommen ist als ursprünglich geplant. Und die Frage, ob mein Mann so super gut verdient? Das ist relativ, was ist gut und was ist schlecht? Für uns ist es ok, wir setzen aber auch Prioritäten und müssen uns dafür an anderen Orten ganz klar einschränken, um über die Runden zu kommen.

Wieso ich nicht arbeite und meine Kinder trotzdem in die Kita gehen

Letztendlich war es ja nicht so, dass ich nicht arbeiten gehen wollte, es waren Umstände die es nicht zu gelassen haben. Wenn es Euch interessiert, dann mehr dazu hier. Die Folge daraus war, dass ich, nachdem ich die letzen drei Jahren nur für Kind und Familie da war, den Wunsch gespürt habe, etwas zu ändern. Es war mir ein Bedürfnis, mich mal erst auf mich zu konzentrieren und etwas zu machen, was MIR Spass macht. Nicht, was die Gesellschaft und das Umfeld von mir erwartet. Zuviel habe ich den vergangenen vier Jahren der Kinder wegen etwas aufgehört oder gar ganz verloren. Ich wollte mich zuerst wieder ins Gleichgewicht bringen, MIR eine Freude machen.

Daraus entwickelte sich für mich eine ganz neue Ansicht was mein Leben, meine beruflicher Werdegang und meine Wünsche angeht. Arbeiten gehen kann vorerst warten. Ich habe ein Hobby gesucht (und auch gefunden) was MIR Spass macht. Hätte ich gearbeitet, hätte ich – auf grund der Umstände innerhalb der Familie – funktionieren müssen, um das alles zu bewältigen. Haben mich die Umstände schliesslich schon genug Kraft und Energie gekostet. Hätte ich gearbeite, hätte ich es womöglich ein Stück weit nur getan, weil es die heutige Gesellschaft erwartet, des Geldes wegen und als Ausgleich zu meinem Mami Alltag. Ob ich dadurch zufriedener und ausgeglichener geworden wäre, wage ich zu bezweifeln.

Neue Interessen entdeckt

So kam es, dass mein Blog im Frühling 2017 bald einen festen Bestandteil in meinem Leben einnahm.  Trotzdem, zwischendurch, wenn sich die Möglichkeit ergab, hatte ich mal wieder einen Anlauf genommen und bin an ein Vorstellungsgespräch gegangen. Sag niemals nie habe ich mir gesagt, aber lest mehr dazu hier. Mit der Zeit merkte ich aber, dass ich auf das, was ich bis anhin gearbeitet habe, also bevor ich Mutter wurde, nicht mehr wirklich Bock hatte. Durch den Blog haben sich bei mir ganz neue Interessen entwickelt. Neben dem Schreiben, habe ich die Online- und Social-Media Welt entdeckt.

Und so kam es dann auch, dass ich mich im Sommer 2017 kurzfristig entschlossen habe, mich zu einer Weiterbildung als Social Media Community Manager anzumelden. Ich wollt mehr von der Social-Media Welt wissen. Einerseits hilft mir diese Weiterbildung nun für den Blog, andererseits ermöglicht es mir dadurch auch Beruflich in die Richtung zu gehen, falls ich wieder arbeiten gehen möchte. Wie einfach der Einstieg ist, dazu kann ich nichts sagen. Obwohl ich mir vor Jahren einmal gesagt habe, ich drücke nie mehr die Schulbank, habe ich mich dennoch umentschieden. Tja, Zeiten ändern sich eben, ebenso wie die Bedürfnisse und die Interessen.

Ich arbeite. Punkt! 

Wenn mir jetzt also jemand vorwurfsvoll kommt und sagt, “was du arbeitest nicht”, dann antworte ich jetzt ganz klar: Doch, ich arbeite, ich habe einen Blog. Ja du lachst jetzt. Mir ist bewusst, dass das einige unter Euch lächerlich finden. Einen Blog zu haben ist doch nicht Arbeit?! Aber denkst du wirklich, ein Blogbeitrag ist mal eben schnell schnell geschrieben? Hinter einem Blogbeitrag steckt einen Menge Arbeit. Beitrag schreiben, Bilder machen, Bilder bearbeiten, SEO Einstellungen beachten, Beiträge teilen, Emails beantworten und und und…

“Aber damit verdient man ja nichts?!”

Doch, auch das tue ich! Auch wenn das nicht viel ist und bei weitem nicht an mein letztes 40 % Gehalt kommt. Aber es ist tatsächlich so, durch Kooperationen verdiene ich zwischenzeitlich Geld. Ich find das toll und es gibt mir eine gewissen Wertschätzung für meine getane Arbeit. Und Ende Monat ist ein kleines “Zückerchen” auf dem Konto. Wer würde da nicht nein sagen, mal ehrlich. Das ist bei weitem mehr, als ich mir zu Beginn jemals hab träumen lassen. Dieser Blog ist als reines Hobby entstanden, ohne jemals die Absicht gehabt zu haben, Geld damit zu verdienen.

Ich arbeite an meinem Blog

Es wird gearbeitet

Durch meinen tägliche Arbeit an meinen Blog habe ich bemerkt, dass ich Lust dazu habe, mir etwas eigenes aufzubauen. Was genau, dass weiss ich selber noch nicht so recht, auch nicht, ob ich es tatsächlich in die Tat umsezte. Mein Blog ist aber ein Anfang. Schliesslich muss ich ja auch erst Erfahrungen sammeln. Aber es ist schon so, der Ansporn ist nun definitiv da, erst recht, seit ich Geld damit verdiene.

Auch bin ich in diesem Blog- und Social Media Business noch nicht sattelfest und lerne daher täglich noch dazu, um mich verbessern zu können. Ich lese mich in viele Bereiche ein und versuche es step by step umzusetzen. Auch für meine Ausbildung muss ich mir Zeit nehmen und Beiträge schreiben. Und das geht eben genau nur dann, wenn meine Kinder in der Kita und im Kindergarten sind.

Wie es weiter geht

Ich lasse mich jetzt vorerst treiben und überraschen wo mich der Weg hinführt und konzentriere mich auf meinen Blog und die Weiterbildung. Habe mir aber schon ein zeitliches Limit gesetzt. Vielleicht kommt auch jetzt wieder alles anders. Viele Freundinnen in meinem Umfeld arbeiten in Teilzeit. Sind sie dadurch happy? Ich bezweifle es, einige wenige vielleicht. Schliesslich tauscht man sich ja aus oder ich bekomme es am Rande etwas mit.

Viele Mütter verbiegen sich regelrecht und sind gestresst. Müssen einen Spagat machen zwischen Arbeit, Haushalt und Kinder und Mann. Und sind teilweise so gefordert, dass nicht mal mehr eine SMS drin liegt, geschweige denn ein Anruf um eine Freundschaft am Leben zu halten. Der Kontakt flacht ab oder wird oberflächlich, zu wenig Zeit für sich selbst und Freunde. Viele funktionieren nur noch.

Ich, ich hingegen mache etwas, was mir Spass macht, bin zu Hause (kann zwischendurch mal eine Wäsche machen) und weiss nun endlich was es heisst, einen Traum zu leben und sein eigenes “Business” aufzubauen. Und verdiene damit trotzdem ein klein wenig Geld, obwohl es nicht mal geplant war. Klar, ich habe vielleicht das Privileg mir das leisten zu können, nicht jeder kann und möchte das, ist mir also schon auch bewusst, gell.

Die Erfahrung zeigt, verstehen tut mich aber nur jemand, der ähnliches anstrebt. Das heisst, selber einen Blog betreibt, oder sich versucht selbständig zu machen. Mit Gleichgesinnten ist die gegenseitige Unterstützung und Austausch dabei goldwert und ich möchte sie nicht missen. Man unterstützt sich und hilft, oder hört einfach nur zu! Ich sage nicht, dass das was ich mache, richtig ist, ganz und gar nicht. Jeder hat seine eigenen Gründe und Vorstellungen. Aber ich wage zu behaupten, dass ich im Vergleich zu anderen, einen Weg gefunden habe, der zu mir passt, der für MICH im Moment der richtige ist und mich Zufrieden stellt.

Auch ich beklage mich natürlich über fehlende Zeit. Mit Kindern, gerade im Alter der meinen, ist das nun mal so. Kommt wieder anders, sagen mir Mütter mit älteren Kindern. Die Hoffnung stirbt zuletzt, sage ich mir dann. Ob ich ein reines Blogbusiness aufbauen mag und will, dass steht zur Zeit noch in den Sternen. Im Kopf habe ich viele Ideen, aber eben, die Zeit…. Aber eines weiss ich, mein Blog hat mir neue Wege und Türen geöffnet. Mein Blog hat mich aus einer Krise geholt, mich vielleicht auch vor einer Depression bewahrt und gibt meinem Leben und MIR wieder neue Enerige und Zufriedenheit. Und genau dass ist es, was doch jede Mutter letztendlich braucht. Energie und Zufriedenheit.

Mein Appell an dich

Also, bevor auch du das nächste Mal wieder über mich oder eine andere Mutter urteilst und dich über ihr Leben wunderst, schau dich im Spiegel an und beantwortet dir selbst die Frage. Ist das, was du tust, für dich zufrieden stellend? Bist du happy damit?

Und wenn nicht, es liegt an dir das zu ändern, oder für den Anfang, zumindest nach Lösungen zu suchen.  Schon mal überlegt auch einen Blog zu starten? Falls ja, hier eine Schritt für Schritt Anleitung für einen eigenen Blog.

Ich danke dir, dass du auf meinem Blog vorbei geschaut hast und hoffe, ich habe die eine oder andere unter Euch zum Denken angeregt. Selbstverständlich dürfen sich auch Männer angesprochen fühlen…

Machts gut und bis bald

Eure Claudia

 

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21 comments

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21 comments

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Victoria 8. November 2017 - 8:08

Genau… darf ich den Beitrag evtl.in meinem entstehenden Beitrag verlinken. 😉

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Claudia 24. Juli 2019 - 6:51

Ja klar 😉

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Zhunami 8. November 2017 - 9:26

Tolles Statement, ich wünsche dir ganz viel Erfolg mit deinem Blog, vielleicht wird das mit den Einkommen ja noch etwas besser.

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Claudia 8. November 2017 - 11:36

Vielen Dank für deine netten Worte. Mal schauen wo der Weg hin führt… 🙂 Lieber Gruss

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Marina Peek-Feldmeier 8. November 2017 - 15:12

Ach wie ich das kenne…. ich bin seit 6 Jahren selbstständig…aaaber ich arbeite zu Hause… sprich, ich arbeite gar nicht… genau so wird es gesehen.
Andere meinen man hat immer Zeit… andere können also immer vorbei kommen um nen Kaffee zu trinken… sagt man dann nein, wird doof geguckt wenn man sagt das man arbeiten muss… ähm ja.

Und selbst wenn ich dern ganzen Tag nur die Beine hochlegen würde… jedem das Seine….

Du gehst deinen Weg weil du ihn dir ausgesucht hast… lass die anderen reden !!!

P.S. das mit der Weiterbildung hört sich besonders spannend an 😉

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Claudia 9. November 2017 - 17:02

Mit “von zu Hause aus arbeiten” wird man heute einfach “schubladisiert”. Verstehen tun dich nur die Gleichgesinnten, gell?! Alles Gut dir!

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Aline 8. November 2017 - 15:51

Liebe Claudia

Ich finde es toll was du machst und dass du neben den Kindern auch die Energie für einen Blog aufbringst.
Vor kurzem habe ich selber mit einem Blog angefangen und es macht mir meeeega viel Spass, aber es ist auch sehr viel Arbeit, vor allem, wenn man nicht von einem Social Media oder Marketing Beruf her kommt.

Also Daumen hoch und weiter so, lass die doch reden. Es ist immer einfach Andere zu Werten, aber viel schwieriger den Mut zu fassen um aus der Comfort Zone heraus und was Neues zu wagen.

In Liebe
Aline

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Claudia 9. November 2017 - 17:04

Liebe Aline
Ja, ich gebe zu, ich habe das ganze auch ein wenig unterschätz. Das Technische ist das eine, aber dann kommt ja noch Social Media, Marketing und Bildbearbeitung etc dazu.
Lieber Gruss und weiterhin viel Spass mit deinem Blog. 🙂

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Irina 8. November 2017 - 16:07

Klingt sogar richtig beneidenswert! Find ich super, unbedingt weiter so 🙂

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Claudia 9. November 2017 - 17:06

ouh wow super 🙂 Das freut mich aber, wenn das so positiv rüber kommt. Danke dir! Lieber Gruss

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Lena 8. November 2017 - 21:04

Ja, das machst du 100% richtig so! Gerade als Mutter hat man doch Verantwortung für die eigene Zufriedenheit zu übernehmen – denn das wirkt sich auf die ganze Familie aus. Die eine findet es vielleicht tatsächlich gut, den ganzen Tag nur mit ihren Kindern zu verbringen, die andere geht in ihrem Teilzeitjob auf. Nur wenn man unzufrieden ist, sollte man etwas ändern und nicht weiter machen wie bisher, nur weil “man das halt so macht”.

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Claudia 9. November 2017 - 17:08

Gell, das sage ich mir auch. Was bringt meinen Kindern eine unzufriedene Mutter. Nichts, früher oder später, werden auch sie drunter leiden. Lieber Gruss

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Linda 8. November 2017 - 23:24

Toller Artikel! Ich erwarte die Frage auch schon, aber bislang wurde sie mir (glücklicherweise) noch nicht gestellt. Dabei ist es doch mehr als legitim auch mal an sich und seine neuen Möglichkeiten zu denken, die eben auch sehr zeit- und arbeitsintensiv sein können. Viel Erfolg weiterhin!

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Claudia 9. November 2017 - 17:09

Danke dir! Dann hoffe ich für dich, dass dir diese Frage nie gestellt wird. 😉 Lieber Gruss

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Linda 9. November 2017 - 21:12

Danke, das wäre toll!
Liebe Grüße
Linda

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Wioleta 9. November 2017 - 6:00

Hallo.
Als auf Vollzeit arbeitende Mutter wollte ich schon kurz reagieren wie die anderen, da ich mal wieder dachte “ok wieder eine die nur daheim ist und mit dem Haushalt überfordert ist”.
Zum Glück habe ich weiter gelesen. Denn ich weiß auch, wie viel Arbeit es ist einen Blog aufzubauen und finde es klasse dass du auch noch die Weiterbildung machst!
Ich schreibe meist abends wenn meine kleine im. Bett ist und bis ich fertig bin ist meist halb 11. Es wäre ja fast ein Traum das tagsüber zu machen.

Viele Grüße
Wioleta

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Claudia 9. November 2017 - 17:15

Hallo Wioleta
Dann habe ich ja Glück gehabt, hast du zu Ende gelesen.:-) Also mein Haushalt ist nicht perfekt. Eine Mutter die perfekt organisiert ist und bei der alles blizblank sauber ist und nicht rum fliegt, bekommt vermutlich schon den Eindruck ich sei Überfordert. Aber ja, so ist es nun mal. Auch Abends, da benötige ich meine Energie vielmehr für meinen Blog als für den Haushalt, macht einfach mehr Spass 😉 Aber Hut ab mit Vollzeit arbeiten, Blog und Kind…. das würde ich glaube ich nicht schaffen. Lieber Gruss Claudia

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Rene Oberhänsli 20. November 2017 - 9:47

Hi Claudia, habe deinen Beitrag, auch wenn ich keine Mutter bin, mit interesse, gelesen. Kita`s sind eine tolle Einrichtung. Denn wo sonst, können Kinder ihre soziale Kompetenz aufbaue. Nur im Umgang mit anderen.
Gruss Rene

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Hanka 29. Mai 2018 - 21:08

Hallo Claudia, was für ein toller Beitrag! Ich habe gleiche Gefühle und viele gleiche Fragen nerven mich auch. Ich habe einen Beitrag zu einem ähnlichen Thema geschrieben, vielleicht interessiert es dich auch (obwohl es auf Englisch ist 🙂 )
Happy blogging! 🙂

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