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Ist Bloggen nicht peinlich?

by Claudia
Ist Bloggen peinlich?

Kürzlich wurde ich gefragt, ob es mir eigentlich nicht peinlich ist, einen Blog zu schreiben. Ich war etwas verdutzt und musste nachfragen, was die fragende Person genau damit gemeint hat. Die Frage wurde etwas konkretisiert und war eigentlich so gemeint: “Ist es dir nicht peinlich, über deine Gedanken zu schreiben und dabei Einblicke in dein Privatleben zu geben? Mir wäre das peinlich.” Bumm, das sass! Ich stelle mich der Frage und frage: Ist Bloggen peinlich?

Ist Bloggen peinlich?

Ist Bloggen peinlich?

Klar, Bloggen ist nicht jedermann Sache. Schreiben auch nicht. Blogs lesen auch nicht. Ob es meine Sache ist, wusste ich zu Beginn auch nicht. Ich habe immer mal wieder Blogs gelesen, aber bei weitem nicht so oft, wie ich es jetzt tue. Um aber herauszufinden, ob das Bloggen und ein Blog mir liegt,  musste ich etwas wagen und erst mal einen Blog starten – wie bei so vielen anderen Dingen im Leben auch.  Und das habe ich getan, hier ist mein Blog.

Das Warum hinter meinem Blog 

Ich wollte etwas eigenes haben. Mein eigenes Projekt, mein eigenes “Business” starten. Wobei Business sehr weit ausgeholt ist, denn mit Business meine ich nicht ein Business wie es andere betreiben und eine Dienstleistung oder Produkte anbieten. Mit Business meine ich vielmehr eine Arbeit, eine Aufgabe. Ein Aufgabe nebst meinem Mami Alltag. Eine Aufgabe die mich fordert.

Ich nehme aber meinen Job, meine Arbeit, eben meinen Blog, mittlerweile sehr ernst und möchte es nicht halbpatzig machen. Und ich versuche vorwärts zu kommen. Denn jetzt nach nur fünf Monaten intensiven Bloggens (Stand 2017) hat mich das Bloggen richtig gepackt.

Update Februar 2020: Aus einem Hobby Blog, wurde ein Business – hier kannst du meine Geschichte lesen: Vom Blog zum Business 

Was die Frage in mir ausgelöst hat

Aber ja,  ich gestehe, die Frage, ob Bloggen peinlich ist, lässt mich seither nicht mehr los. Und ich habe mich gefragt, ob die Person mir irgendetwas mitteilen wollte. In etwa: Dein Blog ist langweilig, deine Beträge peinlich, dein Schreibstil schlecht und dein Layout und deine Fotos unprofessionell. Auf gut Deutsch: so wie du das betreibst hast du eh keine Chance damit erfolgreich zu werden. Ich habe keine Antwort gefunden.

Ewas ist mir aber aufgefallen. Seit dieser Frage fällt es mir wieder etwas schwerer einen neuen Beitrag zu erfassen. Wieso? Ich bin total verunsichert worden. Meine Gedanken schwappen immer zu dieser Frage zurück wenn ich am Schreiben bin. Plötzlich stelle ich mir Fragen wie “Was denken jetzt die Leute, vor allem meine Freunde und Familie, wenn sie das lesen” oder “dass interessiert doch niemanden” oder “ist das jetzt peinlich oder lächerlich, wenn ich das schreibe”.

Als ich mit dem Bloggen angefangen habe, hab ich mir genau darüber nicht den Kopf zerbrochen. Klar, ganz am Anfang als mein Blog online ging, war ich super nervös. Nervöser wie zum Beispiel bei einem Vorstellungsgespräch. Logisch habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was jetzt wohl mein Umfeld denkt – und das tu ich manchmal noch immer (Update 2020). Aber irgendwann habe ich das abgelegt und jetzt bin ich einfach jedes Mal nur happy (und ein wenig stolz auf mich), wenn wieder ein neuer Beitrag online geht.

Wie ich meinen Blog betrachte

Ich schaue meinen Blog jedoch mit einem ganz anderen Augen an, wie du es vielleicht tut. Mein Ziel ist nicht Einblick in mein Leben zu geben, denn da gibt es bestimmt spannender und aufregendere Leben als meines. Ich schreibe auch nicht einen Blog, um Aufmerksamkeit zu bekommen und im Mittelpunkt zu stehen, denn ehrlich gesagt stand ich noch nie gerne im Mittelpunkt.

Es ist etwas ganz anderes: Mit dem Blog habe ich eine neue Aufgabe gefunden, ein neues Hobby, eine Arbeit, die mir Spass macht. Ich habe nicht nur viel gelernt über Online Marketing, Social Media und Blogging, sondern auch über mich. Und das war mir damals als auch heute  (Update 2020: und steht immer noch) sehr wichtig. Etwas zu machen, was MIR Spass macht, etwas woran ich arbeiten und mich weiter entwickeln, teilweise sogar weiterbilden kann.

Update Februar 2020: Im Jahr 2018 und 2019 hab ich mich im Social Media und Online Marketing weiterbilden lassen. 

Ich wollte eine Aufgabe haben. Später habe ich mir dann Ziel gesetzt. Und wenn ich damit Menschen unterhalte, sie zum Nachdenken bringe oder ihnen neue Inspirationen und Ideen mitgeben kann, dann ist das für mich ein positiver Mehrwert und zeigt mir, dass sich die Investition in Zeit und Arbeit gelohnt hat.

Dankbar über Feedbacks

Ich bekomme immer mal wieder Nachrichten von (alten) Bekanntschaften, egal ob die Beziehung freundschaftlich oder auf Businessebene waren, die auf meinen Blog aufmerksam wurden. Leute, die mir zu meinem Blog gratulieren und es toll finden was ich mache. Diese Nachrichten sind Goldwert und sie bedeuten mir viel. Aber auch über diese Art der Feedbacks mache ich mir Gedanken. Du siehst, ich mache mir sehr viele Gedanken 😉

Ich frage mich, was genau finden sie jetzt toll daran!?  Ist es mein Schreibstil, sind es meine Beiträge, ist es, dass sie nun etwas von mir und meinem Leben erfahren, oder ist es mein Layout? Oder einfach die Tatsache, dass ich etwas gewagt habe und einen Blog schreibe und sie meine Entwicklung mitverfolgen können? Auch hier, hab ich keine korrekte Antwort darauf gefunden.

Ist es mir peinlich?

Aber auf die Frage, ob mir mein Blog mir peinlich ist, oder ob Bloggen peinlich ist, muss ich ganz klar mit Nein antworten.  Wenn ich so denken und fühlen würde, wäre das wohl die falsche Einstellung. Ja, es braucht teilweise schon etwas Mut den Beitrag online zustellen, gerade wenn es persönliche Gedanken sind. Aber wer nichts wagt, der nicht gewinnt – das Sprichwort kennst bestimmt auch du.

Und wenn ich scheitere, dann so what, aber ich kann mir nichts vorwerfen, denn ich habe es immerhin mit bestem Willen versucht. Das mein Blog nicht perfekt ist, dass weiss ich. Aber was ist perfekt?! Perfekt gibt es nicht und bedeutet für jeden etwas anderes. Dass der Blog inhaltlich, zb Schreibstiel und Grammatik,  und vom Layout verbesserungsfähig ist, weiss ich auch. Aber ich arbeite daran, (fast) täglich. Und trotzdem glaube ich sagen zu dürfen, dass ich stolz sein darf, überhaupt so weit gekommen zu sein.

Ich schreibe nicht für jeden

Ich zwinge auch niemanden meinen Blog zu lesen oder meine Beiträge zu liken und zu teilen, wenn einem meinen Blog nicht gefällt. Auch sage ich nicht, dass meine Gedanken bestätigt werden müssen oder richtig sind. Aber wenn ich Empfehlungen abgebe, wie zum Beispiel über unsere Ferien auf Gran Canaria oder meine Mami-Auszeit in Mailand, dann möchte ich ich einen Mehrwert bieten, für solche die gezielt nach diesem suchen.

Update Februar 2020: Ich habe mich vom typischen Mamablog gelöst und berichte nur noch ganz selten zu gezielten Mama-Themen. Ich schreibe über meine persönliche Weiterentwicklung im Bezug Bloggen und Social Media und was mir dabei geholfen hat. Ich möchte andere Mut machen, auch etwas Neues zu wagen.  

Ich werde also weiter machen und freue mich weiterhin auf treue Leser. Nun bin ich gespannt von dir zu hören, ob mein Blog mir peinlich sein sollte oder ob Bloggen tatsächlich peinlich ist.

Und für diejenigen, die die Funktion nicht kennen, unter jedem Blogbeiträg siehst du dieses Feld:

Wenn du bei diesem Beitrag unten auf “Leave a comment” geht, kannst du mir dein Feedback hinterlassen (nur dein Name wird angezeigt, nicht deine Emailadresse).

Auf geht’s, ich freue mich über viele Feedbacks 🙂

Eure Claudia ♥

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25 comments

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25 comments

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Olga 15. Juni 2017 - 7:01

Ich kann nachvollziehen, dass jemand nicht gerne seine Gedanken mit der Öffentlichkeit teilt und es ihm daher wohl peinlich wäre.
Aber, wie du schon selbst geschrieben hast, wenn der eigene peinlich wäre, dann sollte man es lassen.
Ich finde weder deinen Blog noch deine Texte nicht peinlich. Sie sind ehrlich und gut geschrieben. Warum du einen Blog gestartet hast, kann ich super nachvollziehen. Ich hatte ähnliche Motive vor ein paar Monaten.

Mach weiter so.

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Kevin Stephan 15. Juni 2017 - 11:52

Klasse Beitrag. Ich wurde auch schon oft mit dem Thema konfrontiert, zumal ich mit einem Vertriebs-Blog auch gerne in die Ecke vom schmierigen Vertreter gestellt werde.
Letztlich ist es doch jedem selbst überlassen, wie viel er von sich preis gibt. Wir sind alle Menschen, und wer etwas zu sagen hat wird immer jene finden, die das peinlich finden und jene, die einem folgen.

Ich bin das erste Mal auf deinem Blog und kann dir versichern: Da ist nichts peinlich dran und der sieht super professionell aus 🙂

Beste Grüße,
Kevin

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Kevin Stephan 15. Juni 2017 - 11:52

Klasse Beitrag. Ich wurde auch schon oft mit dem Thema konfrontiert, zumal ich mit einem Vertriebs-Blog auch gerne in die Ecke vom schmierigen Vertreter gestellt werde.
Letztlich ist es doch jedem selbst überlassen, wie viel er von sich preis gibt. Wir sind alle Menschen, und wer etwas zu sagen hat wird immer jene finden, die das peinlich finden und jene, die einem folgen.

Ich bin das erste Mal auf deinem Blog und kann dir versichern: Da ist nichts peinlich dran und der sieht super professionell aus 🙂

Beste Grüße,
Kevin

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Mira Vellichor 15. Juni 2017 - 18:34

Ein sehr schöner Post und eine tolle Auseinandetsetzung mit dem Thema! Ich würde mir solch Feedback sicher auch sehr zu Herzen nehmen. Glücklicherweise kam es noch nicht.
Letztendlich sind unsere Blogs ein Hobby. Zwar eines das öffentlich im Internet zu finden ist, aber solch kleine Aufgaben, die man sich sucht, sind wunderbar!

<3, Mira

http://miravellichor.de

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Claudia 15. Juni 2017 - 22:57

Liebe Mira
Vielen Dank, freut mich zu hören, ja du hast recht es ist wunderbar 😉
Claudia

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Ernold 15. Juni 2017 - 19:37

Hallo liebe Claudia!
Ich finde, Du machst das ganz prima!
Ob Menschen nun etwas peinlich finden oder nicht… es ist ihre Sache, ihre Meinung, ihre Verantwortung!
Selbstverständlich werden sich manche an Deinem Tun, Deinen Inhalten stören. Manche wiederum werden begeistert sein. Das gesamte Spektrum zwischen Polaritäten eben.
Ich für meinen Teil finde es sehr schön, Einnlicke in die Tiefe von Menschen zu erhalten. Und auch wenn ich nicht mit allem konform gehen sollte, so achte ich das mit Respekt und Dank. Eine Be- oder Verurteilung, eine Bestimmung von Richtigkeit stünde mir nicht zu, da es immer nur meine projizierte, angenommene (geglaubte) Richtigkeit wäre… und nicht – wie in diesem Fall – die Deine.
Ich möchte Dich hiermit also ausdrücklich ermutigen, weiterhin einfach Du selbst zu sein und Deinem Ausdruck nach Lust und Laune freien Lauf zu lassen!
Liebe Grüße

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Claudia 15. Juni 2017 - 22:59

Lieber Ernold
Vielen Dank für deine netten Worte. Ja, man kann es nie allen Recht machen, aber das ist auch gut so. Und Ja, ich werde weiter machen, auf meine Art und Weise.
Lieber Gruss
Claudia

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Nadine Rack 15. Juni 2017 - 21:20

Das Hast du echt super schön geschrieben . Und ich muss dir bei allem recht geben! Der Anfang war schwer, aber man ist jedes Mal ein bisschen stolz auf sich wenn man einen neuen Beitrag online gestellt hat. Und besser es anzufangen und das beste daraus zu machen, als sich irgendwann zu fragen “Was wäre wenn?”
Liebste Grüße, Nadine

https://www.naraloves.de

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Claudia 15. Juni 2017 - 23:01

Hallo Nadine
Du sprichst mir aus dem Herzen. Ja der Anfang war schwer, verdammt schwer. Aber hätte ich es nicht gemacht, wüsste ich nie was wäre wenn gewesen.
Liebe Grüsse
Claudia

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Ella 16. Juni 2017 - 14:35

Ich kenne deine ambivalenten Gefühle nur zu gut. Da ist einerseits der Stolz auf das, was man bisher erreicht hat. Anderereseits ist man sich unsicher, was die anderen darüber denken. Das ist nur normal, schließlich sind wir soziale Wesen und wollen einen Platz in der Gesellschaft und Anerkennnung. Bloggen ist mutig. Es ist nicht leicht sich der Welt in Form solch eines Mediums zu präsentieren und gleichzeitig davon überzeugt zu sein, dass man das richtige tut. Vielleicht ist “peinlich” das falsche Wort? Ich würde einfach sagen wir sind “mutig”. Vielleicht meinte das auch deine Freundin: “Findest du das nicht mutig?” – Ja, es ist mutig! Genauso mutig, wie ein Buch zu schreiben und es einem Verlag anzubieten. Oder so mutig wie eine Familie zu Gründen. Aber mehr als auf die Schnauze fallen kann man dabei nicht 🙂 Liebe Grüße, Ella

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Ella 16. Juni 2017 - 14:35

Ich kenne deine ambivalenten Gefühle nur zu gut. Da ist einerseits der Stolz auf das, was man bisher erreicht hat. Anderereseits ist man sich unsicher, was die anderen darüber denken. Das ist nur normal, schließlich sind wir soziale Wesen und wollen einen Platz in der Gesellschaft und Anerkennnung. Bloggen ist mutig. Es ist nicht leicht sich der Welt in Form solch eines Mediums zu präsentieren und gleichzeitig davon überzeugt zu sein, dass man das richtige tut. Vielleicht ist “peinlich” das falsche Wort? Ich würde einfach sagen wir sind “mutig”. Vielleicht meinte das auch deine Freundin: “Findest du das nicht mutig?” – Ja, es ist mutig! Genauso mutig, wie ein Buch zu schreiben und es einem Verlag anzubieten. Oder so mutig wie eine Familie zu Gründen. Aber mehr als auf die Schnauze fallen kann man dabei nicht 🙂 Liebe Grüße, Ella

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Christine 16. Juni 2017 - 23:14

Ich kann dich gut verstehen, in allem, was du sagst. Ich kann dir nur sagen, dass ich mittlerweile rausgefunden habe, dass das auch Neid sein kann. Es ist verletzend, aber da muss man drüber stehen. Das musste ich auch lernen!

Liebe Grüße

Christine

von http://www.pretty-you.de

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Christine 16. Juni 2017 - 23:14

Ich kann dich gut verstehen, in allem, was du sagst. Ich kann dir nur sagen, dass ich mittlerweile rausgefunden habe, dass das auch Neid sein kann. Es ist verletzend, aber da muss man drüber stehen. Das musste ich auch lernen!

Liebe Grüße

Christine

von http://www.pretty-you.de

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Sabrina 17. Juni 2017 - 10:16

Ich kann das sehr gut nachvollziehen, was du schreibst. Ich glaube, dass musste sich jeder Blogger schonmal anhören. Auf meinem Blog habe ich auch schon öfter über eher persönliche Themen geschrieben und da kommt auch immer von ein paar Seiten: “Wie kannst du das ins Internet stellen?!”
Allerdings habe ich auch die Erfahrungen gemacht, dass genau die Posts, die einem Mut kosten, am besten ankommen und die meisten Menschen berühren.
Manche sind eben lieber Leser, als Blogger 🙂

Liebe Grüße,
Sabrina

von http://www.sabrinawolf.de

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Sabrina 17. Juni 2017 - 10:16

Ich kann das sehr gut nachvollziehen, was du schreibst. Ich glaube, dass musste sich jeder Blogger schonmal anhören. Auf meinem Blog habe ich auch schon öfter über eher persönliche Themen geschrieben und da kommt auch immer von ein paar Seiten: “Wie kannst du das ins Internet stellen?!”
Allerdings habe ich auch die Erfahrungen gemacht, dass genau die Posts, die einem Mut kosten, am besten ankommen und die meisten Menschen berühren.
Manche sind eben lieber Leser, als Blogger 🙂

Liebe Grüße,
Sabrina

von http://www.sabrinawolf.de

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Ellen Girod 29. Juni 2017 - 7:59

Weiter so! Denn: Haters gonna hate, makers gonna make.

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Vanessa 9. Juli 2017 - 15:54

Das hast du wirklich super toll geschrieben und du sprichst mir einfach aus der Seele! Ich bin gerade dabei meinen Blog zu starten und der Gedanke “was denken die anderen dann über mich” blockiert mich ungemein. Du hast mir aber Mut gemacht, ihn jetzt endlich zu veröffentlichen und zu bewerben. Denn was die anderen denken, ist eigentlich sowieso egal.
Ich hab einen ähnlichen Artikel darüber geschrieben. Dürfte ich deinen Artikel dort verlinken? Wie gesagt er passt einfach super gut auch zu meiner Situation…

Liebe Grüße

Vany

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Raffaele 29. Oktober 2018 - 10:08

Finde ich super, dass Du die schlimme Peinlichkeit ansprichst.

Wir sind peinlich und unprofessionell! Wir zeigen online unsere Schwächen und schreiben Artikel, ohne jemals einen Schreibkurs, oder eine Blogger-Ausbildung besucht zu haben.

Wir sind böse Spammer! Wir füllen unsere social feeds mit Buch- oder Produktempfehlungen, die dann auf Amazon führen. Ist doch peinlich, dass wir Studenten “drängen”, mehr Bücher zu lesen, obwohl wir genau wissen, dass diese weder Zeit noch Geld haben.

Wir sollten uns lieber auf unsere “richtigen” Jobs konzentrieren, und dort gut arbeiten, anstatt den nächsten von millionen von Blogs starten, der eh niemand lesen wird.

Logisch haben wir keine Zeit, um GOT, Narcos und alle Champions League spiele zu schauen, wenn wir unsere Zeit mit unserem unnötigen und peinlichen Blog verschwenden.

blablabla…

Ein paar Gedanken dazu:

Wenn uns jemand negativ und unspezifisch kritisiert, indem er unsere Projekte generell in Frage stellt, dann geht es gar nicht um uns sondern um die Gefühle des Kritikers.

Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Welt, die so ist wie sie halt sein soll, und nicht anders. Vor allem Menschen, die sich und Ihr Tun nie hinterfragen, alles akzeptieren und nicht offen für Veränderungen sind, fühlen sich in Ihrer bisher perfekten Weltanschauung bewusst oder unbewusst angegriffen und hinterfragt. Wenn bei diesen Personen Selbstreflexion und Hinterfragung keine Gewohnheit ist, dann kommen Gefühle von Angst und Unsicherheit auf. Die Reaktion ist dann nicht, sich selbst zu hinterfragen oder sich in Ruhe zu überlegen, was Bloggen und Schreiben generell für positive Auswirkungen für den Autor bringen, sondern den Blogger, der so anders und peinlich ist zu hinterfragen und zu kritisieren. Somit kann der Kritiker kurzfristig seine unantastbare Weltanschauung legitimieren.

Dies betrifft aber nicht nur Blogger. Wenn sich ein Veganer neben einen überzeugten Fleischesser sitzt und in Ruhe sein Gemüse isst, oder noch schlimmer, ein Hamburger ohne Fleisch, dann wird dieser vom Fleischesser kritisiert und hinterfragt, und 1000 von Argumenten, wieso Fleisch gesund ist und veganes Essen ungesund.

Früher machte ich mir wirklich sorgen über meine Peinlichkeit, egal ob privat, im Beruf, im Studium, unter Freunden…

Folgende Autoren/Speaker/Podcaster haben mir aber in letzter Zeit sehr geholfen, darüber hinweg zu schauen, und mich eher auf meine Vision zu konzentrieren.

Tim Ferris mit seinem Buch Tools of Titans, Sammlung seiner Podcasts.
Z.B. erzählt Arnold Schwarzenegger, wie er als Teenager sein Zimmer mit eingeölten Bodybuilder tapeziert hatte, sehr peinlich. Bekannte verstanden die Welt nicht mehr und meinten er sei vom “falschen” Ufer. Was aus ihm geworden ist, wissen alle.

Brene Brown und Ihre Vorträge über Verletzlichkeit und Scham, und den Nutzen offen darüber zu reden.

Lewis Howes und seine Interviews, die meisten seiner Gäste haben aus peinlichen Projekten eine erfolgreiche Karriere erzeugt.

Mark Manson und sein Buch The Subtle Art of Not Giving a Fuck
Irgendwann sterben wir. Bis dahin haben wir eine gewisse Menge an Aufmerksamkeit und Gedankengut zur Verfügung. Wenn wir diese Menge damit vergeuden, allen zu gefallen und für niemanden peinlich zu sein, wird es uns elend gehen.

Daniel Goleman und sein Buch Emotional Intelligence.
Ich bin immer mehr davon überzeugt, dass die Ursache unserer meisten Probleme ein falscher Umgang mit unserer Emotionen ist. Dieses Buch empfehle ich beiden Seiten, Kritikern und Kritisierten.

um nur ein paar zu nennen…

Danke nochmals für das Ansprechen unserer Peinlichkeit.

LG
Raffaele

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Claudia 30. Oktober 2018 - 13:08

Hallo Raffaele
Dank für den tollen Beitrag. Super Ergänzung zu meinem Beitrag 😉

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